Thymian

By : | 0 Kommentare | On : März 3, 2014 | Kategorie : Gewürze

„Are you going to Scarborough Fair?
Parsley, sage, rosemary, and thyme“

Wie das traditionsreiche Lied berichtet, handelten schon Kaufleute im Mittelalter gerne mit Kräutern, die sie von Reisen mitbrachten oder selbst zogen. Thymian genoss offenbar im englischen Yorkshire, wo die Scarborough Handelsmesse stattfand, prominente Beliebtheit.

Das Lippenblütengewächs Quendel oder altgriechisch θύμος thýmos brachten vermutlich Seefahrer aus Mittelmeerregionen mit. Thymian bevorzugt klimatische Bedingungen wie sie in seinen Heimatorten in milden Gebieten Afrikas und Asiens sowie im südlichen Europa herrschen.

Auf warmen Sonnenplätze gedeiht es am besten und entwickelt sein intensives Aroma, das von Köchen und Köchinnen mal als „herzhaft-herb“, mal als „würzig-süßlich“ beschrieben wird. Wer Urlaub in Frankreich oder Italien macht, sollte es nicht versäumen, vom dortigen Markt einen Strauch mit Heim zu bringen und den Unterschied auszutesten.

Trotz seiner Vorliebe für hohe Temperaturen, übersteht die Küchenpflanze den europäischen Winter unbeschadet und hält sich auf deutschen Fensterbänken nicht selten mehrere Jahre. Ab Mai zeigt sie ihre rosafarbenen Blüten, die sich wunderbar als Dekoration für Salate oder die Brotzeit eignen. Doch vor allem bringt sie im Frühjahr die essbaren jungen Triebe hervor. Die Erntezeit reicht bis in den späten Herbst. Zur besseren Lagerung lassen sich Zweige im Ganzen leicht zum Trocknen aufhängen und später abziehen und beispielsweise in ausgespülten Marmeladengläsern mit Schraubverschluss aufbewahren. Das so konservierte Kraut besitzt eine komprimierte Würzkraft, da das Wasser der frischen Pflanze entwichen ist. In den beliebten Mischungen „Herbes de Provence“, „Fines Herbes“ und „Bouquet garni“ findet „konzentrierter“ Thymian neben anderen Kräutern wie Rosmarin, Majoran und Oregano seinen traditionellen Platz.

Während des Kochens, Bratens oder Backens gart frischer oder getrockneter Thymian mit den Speisen mit und wird nicht – wie etwa Petersilie – erst zum Servieren über den Teller gestreut. Unter starker Hitzezufuhr gibt das Gewürz erst seinen ganze aromatischen Reichtum preis. Selbstverständlich gehört die vielseitig verwendbare Pflanze als Gewürz in die mediterrane Küche, doch auch als Heilkraut ist ihre entspannungsfördernde und magenfreundliche Wirkung bekannt. Bei Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis oder Asthma soll sie Symptome lindern helfen. Ein wohltuender Tee, aufgebrüht mit dem pflanzlichen Arzneimittel, duftet intensiv und bietet einen willkommenen Kontrast zu Kamille und Co.

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